Schlagwort-Archive: Whisky

Kurz-Review Lagavulin 8 Jahre 200th Anniversary Limited Edition

Wenn die Dame des Hauses mit ihren Freundinnen unterwegs ist, kann der Herr des Hauses mal genießen. Zum 200. Geburtstag hat Lagavulin einen limitierten 8 Jahre alten Single Malt herausgebracht. Der kostet allerdings genausoviel, teilweise ein paar Euronen mehr wie der 16er. Lohnt sich das? Im Netz schreien einige „Marketing!“, aber die Leidenschaft hat gesiegt über die Skepsis. Der normale 16er steht hier immer, und genauso die Distillers Edition des 16ers, einer meiner Top 3-Whisk(e)ys überhaupt.

Die ersten Lieferungen waren bei den üblichen Verdächtigen schnell „aus“, aber bei Whiskyonline24.de habe ich dann eine Flasche ergattert. Aber es gibt auch wieder Nachlieferungen anscheinend. Im übrigen guter Shop, netter Betreiber, Empfehlung!

Kurzeindruck:

Nase: Edelpaprika, Zitrus/Zitronengras, italienische Gewürze, Petersilie, zarter Rauch, nur ein Fitzel Jod, Minze, Meersalz, Vanille, Karamell
 
Zunge: Nuss, Vanille, Meersalz, Gewürze, Süss, Eiche. Jod, Rauch. Alles sehr schön harmonierend.
 
Abgang: Mittellang, würzig, mit Dampf.
 
 
Fazit: Alles in allem nicht bereut. Der ist schon sehr sehr lecker. Anders wie der 16er, anders wie die 16er Distillers Edition, aber er passt schön in die Reihe im Regal :D.

Kurz-Review Johnnie Walker Green Label 15 Jahre Blended Malt

Johnnie Walker Green Label Blended/vatted Malt Whisky

Alter: 15 Jahre

Preis: ca. 35 Euro

Bezugsquelle: Whiskyzone.de

Normalerweise sind schottische Blends nicht so meins. Irische Blends können was, aber schottische, da fehlte mir bisher der Bezug zu, auch wenn ich nichts dagegen habe, mal einen 12er Chivas Regal zu trinken bei Personen, die nichts anderes im Haus haben ;).

Der Green Label ist ja wiederum eine andere Geschichte. Kein klassischer Blend, kein Tropfen Grain Whisky drin. Der Green Label besteht aus vier bekannten Single Malts aus dem DIAGEO-Konzern. Caol Ila, Cragganmore, Talisker und Linkwood. Bis auf den Linkwood gehören diese Malts zum Standard-Sortiment meiner Sammlung, weswegen ich die Geschmäcker der einzelnen Malts also recht gut kenne (mit einer Ausnahme). Daher war ich sehr gespannt.

Aufgemacht, den Korken gezogen (richtiger Korken, US-Importe haben Schraubverschluss anscheinend!) und dran geschnuppert. Riecht würzig. Gut

Nase: Honig. Würziger Honig. Von Rauch durch den Caol Ila vor allem keine Spur. Ein wenig grünes Obst. Nektarine? Malz. Eiche. Bissl Vanille.

Gaumen: Süßer Honig und ein dicker fetter Laster mit gerösteten Cornflakes fährt ein… Dahinter eine gewisse Würze, die keine Eiche ist. Der Talisker? Angenehm. Der Cragganmore ist hier, wie ich finde, am dominantesten, leicht, floral, bißchen Vanille und trotzdem hat der Cragganmore meines Erachtens eine gewisse Würze. Rauch, Phenol und Co nicht anwesend. Caol Ila wird wohl nur ultrawenig drin sein. Danach wieder floral und zwischendurch wieder neben dem Honig sowas wie Nektarine (oder Apfel?) und dann wieder Cornflakes. Lecker.

Abgang: Mittellang. Da bleibt schon was. Würzig. Energie. Oh, da etwas Rauch? Schwierig zu fangen. Aber kann was in dieser Kategorie.

Alles in allem für den Preis vollkommen in Ordnung, ein leckerer Blended Malt. Sehr gefällig, was er ja sein soll, in keiner der Aromen zu extrem. Mit Red Label und dem anderen Gerödel hat das hier wirklich nichts zu tun. Hier gibts eine gefällig designte Mischung aus 15jährigen Single Malts, bei der niemand meckern kann.

Mein King of Cocktails – Der Whisk(e)y Sour

Mein Favorit unter den Cocktails ist und bleibt, neben dem Beneck, der eine abgewandelte Version ja ist mit mehr AddOns ;), der gute alte Whisky Sour, den ich aber ebenfalls etwas „pimpe“. Mensch nehme:

  • 4cl Whisk(e)y
  • 3cl Zuckerrohr-Sirup
  • eine halbe oder auch ganze gepresste Limette
  • viel Crushed Ice
  • Tonic Water zum auffüllen (oder aber einfach nur Soda-Wasser, Tonic passt im Sommer besser)

Ich persönlich nehme dafür gerne einen getorften Islay-Scotch. Denn der torfige Geschmack harmoniert einfach herrlich mit dem Saft der Limette. Als Beispiel 3 verschiedene Islays, von günstig bis Top. Mit dem günstigen Finlaggan, einem Islay, dessen Distille „geheim“ ist und bei dem es sich wohl um einen Bowmore handeln könnte, schmeckt es schon sehr gut. Mit dem 10er Laphi ist es wild, extrem erfrischend, da trifft Citrus auf Teer, großartig. Mit der Lagavulin Distillers Edition wird es smooth, dank des Sherry-Finishs und Süße, Torf und Citrus bilden ein perfektes Gespann. Auch wenn manchen Menschen es ein Graus ist, gute Scotches in Cocktails zu packen, die Qualität der Einzel-Komponenten macht das Ergebnis aus. Das ist überall so und auch hier.

IMG_20150711_210853IMG_20150711_222749 IMG_20150711_214655

Kurz-Review Glen Grant 20 Jahre Signatory-Abfüllung

Heute abend mal das erste Mal an einen Malt eines unabhängigen Abfüllers gewagt. Ein 20jähriger Glen Grant. Laut Label genau 20,5 Jahre ;). Nicht gefärbt. 43%.

Nase: Eiche, definitiv. Angenehm.  Karamell. Bißchen Vanille. Süss, aber leicht. Fruchtig von Beginn und wird mit jeder Nase immer fruchtiger.

Aroma: Würzig. Eiche. Geht runter wie Öl. Hat Power auf der Zunge, aber ist trotzdem sehr sehr smooth. Unglaublich lecker, immer noch sehr fruchtig. Leicht Kakao. Klasse. Super aromatisch.

Abgang: Mittel, auch dann eine gewisse florale Süsse.

Fazit: Für den Preis ein Knaller. Mal was sehr smoothes neben den sonst doch eher torfigen Islays, die die Hälfte fast meiner Sammlung ausmachen. Der ist so smooth, der ist schon fast ein Ire :D. Ich glaube, die Signatory-Range muss ich noch weiter erkunden. Großartiges Zeug.