Kurz-Review Connemara Peated Irish Single Malt Whiskey

Der einzige Ire, bei dem noch über Torf das gemälzte Getreide getrocknet wird. Stammt aus der Kilbeggan Distille, die wiederum Cooleys gehört. Im Gegensatz zu den meisten Iren ein reiner Single Malt. Und auch nicht 3fach destilliert wie die meisten Iren, sondern 2fach, wie es auch in Schottland gemacht wird. Ich war echt gespannt, hab aber keine Torfbombe erwartet, wie von Islay. Bisher war jeder Ire ultrasmooth.

Also Nase dran. Sehr dezenter Torf-Rauch, Vanille, Karamel, Rosinen, Pflaumen. Angenehm. Nach einiger Zeit dezente Honig-Süsse. Der Torfrauch ist nur eine kleine Komponente. Nett.

Am Gaumen: Honig, Kräuter (Pfefferminze), Karamel, Vanille, Birne, Trauben, sehr wenig Torf-Rauch, aber Energie. Die Jugend allerdings, der typische metallische Nebengeschmack, kann nicht verleugnet werden. Älter wie 7-8 Jahre ist er nicht.

Und der Abschied ist mittellang und angenehm und hat ebenfalls mehr Dampf als die 40% erwarten lassen.

Sicher, kein Islay Scotch, der Connemara hat sehr wenig ppm. Aber das passt gut zum Rest. Obwohl auf die schottische Art und Weise hergestellt doch irgendwie den typischen irischen Geschmack, aber mit der Prise Torf-Rauch. Und für 25€ die momentan (Stand Sommer 2015) günstigste Flasche in der Sammlung. Gutes Zeug für den Preis.

So sehr ich zB Lagavulin liebe oder gerne den Korken des Laphroaig aus dem Regal aufmache, die getorften Islays sind schon ein Schlag in die Aroma-Fresse. Da hat mensch an einem kleinen bischen sehr lange Spaß nur am Schnuppern und Riechen. Die sind nichts „für mal eben“, da doch sehr komplex und eben die starke typisch Islay-Note. Iren sind da ja immer sehr smooth im Vergleich, auch die Single Malts. Der 10er Bushmills Single Malt ist zB der vielleicht smootheste „jüngere“ Whiskey, und dabei kostet er fast nichts mit ca. 20-25 Euro. Aber das hier hat noch einmal eine schöne Note.

Es gibt noch einen Älteren (12 Jahre) sowie diesen auch in Cask Strength (57% Alkohol, die „normalen“ 40 bis 46% in Whisk(e)y sind IMMER von Cask Strength runtergewässert) und einen mit mehr ppm, die sind es auch wert, mal in Augenschein genommen zu werden. Dieser hier ist, trotz der Jugend, auf jeden Fall seinen Preis wert.

Slainte!

Kurz-Review Bushmills 21 Jahre Single Malt Irish Whiskey

Ich mag ja auch gerne Irish Whiskeys, nicht nur die Schotten. Die Bushmills besonders, der „Zehner“ Single Malt ist der vielleicht DER Preis-Leistungs-Knaller bei allen Whiskeys weltweit. Daher mal den 21er der Sammlung hinzugefügt. 19 Jahre im Ex-Bourbon-Fass sowie im Sherry-Fass und dann zwei Jahre im Madeira-Fass nachgereift. 21 Jahre in Ulster geruht insgesamt.

Sehr smooth, aber trotzdem komplex. In der Nase Mandel, Vanille, Karamell, Bratapfel, Orange, Marzipan. Am Gaumen wiederholt sich das Spiel. Schöne Eiche mit kräftiger Würze, die wunderbar zu den Aromen passt. Schokolade und fast ein wenig Minze, fast ein wenig wie After Eight? Sehr angenehm cremig im Mund.

Schöner Abgang, nicht zu kurz. Richtig lecker. Fast zu lecker, da nicht billig (meist zwischen 90 und 129 Euronen) und nur Small Batch, daher nicht immer zu bekommen. Das ist ein gutes Stöffchen, einer der besten Uisge Beatha meiner Meinung nach.

Kurz-Review Glen Grant 20 Jahre Signatory-Abfüllung

Heute abend mal das erste Mal an einen Malt eines unabhängigen Abfüllers gewagt. Ein 20jähriger Glen Grant. Laut Label genau 20,5 Jahre ;). Nicht gefärbt. 43%.

Nase: Eiche, definitiv. Angenehm.  Karamell. Bißchen Vanille. Süss, aber leicht. Fruchtig von Beginn und wird mit jeder Nase immer fruchtiger.

Aroma: Würzig. Eiche. Geht runter wie Öl. Hat Power auf der Zunge, aber ist trotzdem sehr sehr smooth. Unglaublich lecker, immer noch sehr fruchtig. Leicht Kakao. Klasse. Super aromatisch.

Abgang: Mittel, auch dann eine gewisse florale Süsse.

Fazit: Für den Preis ein Knaller. Mal was sehr smoothes neben den sonst doch eher torfigen Islays, die die Hälfte fast meiner Sammlung ausmachen. Der ist so smooth, der ist schon fast ein Ire :D. Ich glaube, die Signatory-Range muss ich noch weiter erkunden. Großartiges Zeug.

Kurz-Review Knockando 18 Jahre Scotch Single Malt

So, gestern Abend hatte ich eine Verabredung mit dem 18jährigen Knockando. 43% Vol, Sherry-Fass-gereift. Ob gefärbt oder nicht gibt es widersprüchliche Aussagen.

In der Nase rote Früchte, frisch, aber auch ein wenig Nuss. Durchaus aber auch ein wenig Rauch (wie das?). Im Geschmack sehr smooth, zwangsweise sehr Sherry-lastig, rote Früchte. Eichen-Würze auch hinter den roten Früchten. Kein Wunder, nach 18 Jahren. Aber ´hinter den roten Früchten/Sherry etwas verdeckt Mittellanger Abgang mit durchaus Energie.

Netter süßer Sherry-Scotch, mit dem auch vielleicht der ein oder andere Neuling gefangen werden kann. Nicht sonderlich „komplex“ oder „anspruchsvoll“, aber ein sehr schönes Getränk zum reinen Entspannen. Ist jetzt kein Scotch, der stundenlang beschnuppert werden will, dafür verbirgt sich hinter der Frucht nicht genug imho. Wer Sherry-Cask-Scotches mit gewissem Alter und Reife mag kann bedenkenlos zugreifen. Und preislich mit 50 Euro ja jetzt kein teurer Scotch. Eine detailliertere Bewertung folgt.