Archiv der Kategorie: Uisge Beatha

Kurz-Review Writers Tears Cask Strenght Limited Edition 2013

So, jetzt probier ich ihn mal. Letzte Woche wie bereits im Vorgängerpost zu lesen war geschenkt bekommen. Single Malts mit Pure Potstill. Nicht kühlgefiltert, nicht gefärbt, dreifach destilliert.

Da die Walsh-Distille erst seit letztem Jahr selbst brennt sind das Pot Stills und Single Malts aus der Midleton-Distille, von Bernad Walsh selektiert und in amerikanischer Eiche gereift.

Nase: Sanfte Vanille meets Äpfel. Birne. Weihnachtsplätzchen. Malz. Karamell. Frisches Kraut. „Frühlingshaft“. Eiche. Quitte. Pfirsich? Bissl Ingwer, Lebkuchen. Met. Honig. Recht komplex.

Zunge: Karamell und weiße Vanille. Malz/Getreide/Cerealien. Apfel. Banane. Gewürze. Eiche. Mischung aus „Weihnachten“ und Frische. Plätzchen. Nussig. Der Alkohol gibt den Dampf, den ich bei dem „normalen“ vermisst habe. Das schiebt vor allem die Würze, aber auch die Keks-Noten nach vorne.

Abgang: recht lang, eichig würzig. Nussig und weiße Schokolade. Warm.

Fazit: der extra Dampf hat ihm gut getan. Sehr sehr leckerer Ire. Leider nicht so günstig. Aber war ja ein Geschenk. Jetzt, nach den ersten Schlücken, würde ich ihn sogar kaufen. Nen Korken nur aus Stylegründen (ist ja eigentlich wumpe) wäre noch der Knaller bei nem Iren, der Richtung 100 Euro marschieren kann.  Der „normale“, der mir trotzdem ganz gut gefallen hat, hatte da 7,7 als Durchschnittsnote in diesem Blog (der olle Murray hat dem normalen 93! gegeben…). Imho einer der besten Iren nach meinem subjektiven Empfinden.

Normalerweise hat mensch ja immer etwas Angst, wenn Freunde, die nicht so in diesem Malthead-Dingen stecken, einem einen Whisky oder Whiskey schenken (die berüchtigte Jim Beam-Buddel von Tante Erna…) und die stecken nicht so in der Materie. Daher war ich besonders überrascht. Super Wahl! Danke! Gute Freunde halt :D. Die Aufmachung in der Holzbox ist auch sehr schick. Großes, schweres Biest. passt aber leider nicht in einen Kallax/Expedit ;).

Review Bruichladdich Port Charlotte Islay Barley 2008

Nachdem ich den Port Charlotte Scottish Barley bereits probiert habe, wollte ich auch mal den Islay Barley probieren. Der Unterschied ist, daß jedwedes Getreide für diesen Islay Whisky auch von Islay stammt, sogar die Farmen sind angegeben. Die Gemeinsamkeit ist, daß es sich bei den Port Charlottes, einer sogenannten „Lost Distillery“, also einer nicht mehr betriebenen Brennerei, von Bruichladdich um die Getorften handelt. „Moment“, werden einige sagen, „Islays sind doch immer getorft?“. Weit gefehlt, denn sowohl Bruichladdich als auch Bunnahabhain von der Hebrideninsel Islay sind eigentlich für ihre Torf-Rauchfreien Scotches bekannt.

Das „Heavily Peated“ ist allerdings für Freunde der anderen Islays wie Lagavulin, Laphroaig, Ardbeg und Co eher als „medium peated“ oder gar „lightly peated“ zu sehen („peated“=getorft, also das Malz wird über Torfrauch gedarrt, was den charakteristischen Geschmack einiger legendärer Islay-Scotches gibt, der zwischen Rauch, Schinken, Asche, Jod, Meersalz und Kräutern changieren kann, durch die sogenannten Phenole. Auch hier werden vielleicht einige Menschen einwenden „Moment, der hat doch 40ppm?“. Also auf jedes Millionste Teilchen kommen 40 Teile Rauch. „Das ist doch wie ein Laphroaig oder Lagavulin. Der müsste doch auch so intensiv sein?“. Das hat einen einfachen Grund: Bruichladdich misst die Rauch-ppm VOR dem Prozess in der Gerste, die anderen Islays im Endprodukt. Und über den Herstellungsprozess wird der Rauch natürlich weniger, vor allem über die Lagerung über Jahre. So bleiben am Ende vielleicht noch 20ppm übrig.

Der Bruichladdich Port Charlotte Islay Barley hat keine Altersangabe (sogenannter NAS-Whisky, Non Age Statement), aber ist ca. 7 Jahre alt wie allgemein bekannt ist und gerechnet werden kann. Normalerweise ist das sehr sehr jung für einen Whisky und bringt immer eine gewisse metallische „Räudigkeit“ mit, aber nicht so in diesem Fall. Er ist ungefärbt, nicht kühlgefiltert und mit 50% abgefüllt. Genauso wie es sein soll. Das Färben und Kühlfiltern ist eine Unsitte der Gleichmacherei der industriellen Großproduktion und sollte in einem Naturprodukt wie diesem nicht vorkommen. Leider machen es viele. Aber nicht Bruichladdich!

Gereift ist er in amerikanischen Ex-Bourbonfässern sowie europäischen Eichenfässern, leider bei letzteren keine genaue Beschreibung. Ich gehe aber nicht von einem Sherry-Finish aus, rein vom Geschmack her.

In der Nase ist er sehr angenehm. Der Rauch ist sehr dezent, dahinter kommt eine wunderbare malzige Süße. Gefolgt von etwas Orange und Mango. Also Früchten, die etwas dezenter sind. Kräuter, Gras. Dann wieder der Rauch, der aber nicht überdeckt, sondern schön mit den anderen Aromen spielt. Maritimer Geruch von Meersalz, wie eine Brise von der See. Immer wieder faszinierend, wie die Islays den Geruch ihrer Heimat transportieren können.

Auf der Zunge gesellen sich noch eine ordentliche Portion Karamell und etwas Vanille zu den Aromen, die bereits in der Nase waren. Das ganze Erlebnis ist sehr smooth, trotz (oder grade wegen?) der 50% Vol geht er runter wie Öl. Kein alkoholisches Stechen, kein unangenehmer Geschmack. Der Rauch ist vorhanden, manchmal sogar kurz vor einem Laphroaigigem „Asche“, aber dann wieder eher süss. Die Eiche schmeckt mensch ebenfalls, eine kleine Portion Würze. Dabei ist er doch noch recht jung. Von der metallischen Jugend ist hier wenig zu spüren. Beim Scottish Barley dieses Jahrgangs war mir das mehr aufgefallen. Ein wenig Minze kommt ebenfalls durch.

Der Abgang ist lang, trocken und würzig, aber mit der immer erlebbaren Malznote. Toll.

Fazit: Normalerweise bin ich kein Fan von NAS-Whiskies. Aber der Port Charlotte Islay Barley ist toll. Nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert, mit der richtigen Volumenzahl abgefüllt, das ist schon mal Scotch wie Scotch sein soll. Nur lokale Inhaltsstoffe, regional bis zur Dose, super. Geschmack, Aroma, alles top. Ich finde ihn auch gezähmter und abgerundeter wie den Scottish Barley und würde daher mittlerweile den Islay Barley immer vorziehen. Der Unterschied kann aber auch den Jahrgängen geschuldet sein. Oder aber das Klima der Hebriden, zu denen Islay gehört, hat tatsächlich solch einen Einfluss auf den Geschmack der Gerste.

 

Kurz-Review The Dalmore 15 Jahre Single Malt

Während des Herbst-Urlaubes an der Ostsee waren wir auch für einen Tag auf Fehmarn. Dort bin ich beim Schlendern im sehr schönen Laden Steam & Whisky gelandet. Superfreundlicher Service. Und bin, neben zwei kleineren Probefläschchen Laphoraig 18 und Ardbeg Corryvreckan mit einer großen Flasche The Dalmore 15 Jahre nach Hause bzw. in die Ferienwohnung gegangen. Auch der Preis war mehr als fair, ca. 5 Euro unter dem normalen Durchschnittspreis von 65€ die Buddel.

Die Farbe besteht wie bei vielen Malts aus nicht schmeckbarem Karamel aka Zuckerkulör. Machen leider sehr viele Distillen, auch wenn der Trend zurück geht. Aber dieser Malt hier reift nach 12 Jahren nochmal drei Jahre in drei verschiedenen Sherry-Fässern. Oloroso, Apostoles und Amoroso. Das gibt ein wenig die Farbe, aber nicht so krass wie auf dem Bild, aber auf jeden Fall den Geschmack.

Nase: Mandel, Vanille, dahinter Orange. Blutorange? Zitrusfrüchte, aber eben eher in diese Richtung. Dann wird es weihnachtlich. Zimt und Muskat. Lecker. Die Eiche passt dazu super, die schleicht sich dann von hinten an.

Zunge: Der Nase sehr ähnlich. Schön smooth. Mandel und Vanille und Gewürze und im Hintergrund immer noch die Orange. Könnte allerdings echt 3-6% mehr Alkohol vertragen. Wieder mal verpasstes Potential :(. Imho sind in diesen paar Prozent mehr viele Geschmacksnuancen erst möglich, Alkohol ist halt ein Geschmacksträger. Aber das ist persönliche Ansichtssache. Sherry-Einfluss kommt eher im Zusammenspiel der Aromen durch.

Abgang: Mittellang, würzig, aber trotzdem noch süss und smooth. Sehr sehr angenehm.

Insgesamt ein toller Highland-Whisky. Schade, daß es Cask Strengths anscheinend nur von Signatory (bei denen es oft wahre Perlen gibt), die sich das auch gut bezahlen lassen.

Kurz-Review Bunnahabhain 12 Jahre Islay Single Malt

Bunnahabhain ist immer an mir vorbei gegangen. Obwohl ich eigentlich alle Islays sehr mag und von bestimmt 40 verschiedenen Single Malts, die ich getastet habe bisher diese zu meinen Favoriten gehören, hab ich mir bei dem gedacht, OK, kein Torf, irgendwann. Obwohl ich die Bruichladdich ja eigentlich auch mag. Aber pünktlich zur Wintersonnenwende 2016 😉 wurde mir vor eine Flasche geliefert :D. Ach ja, nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert. So muss das!

Beim ersten Tasting habe ich mich mal mit dem Kindle zurück gezogen, Ehefrau war auf Firmen-Weihnachtsfeier, und ausgiebig geschnuppert und kleine Schlücke probiert.

Erster Eindruck für nen Bunnahabhain-Noob: Riecht schon sehr schön. Die angebliche Rauchnote finde ich gar nicht. Aber Nüsse. Und Eiche. Holz. Baum. Karamell. Was leicht maritimes liegt drüber, aber das ist kein Rauch. Granatapfel. Doc Martens. Echt. Frische Doc Martens. Der Ledergeruch :D. Den kenne ich recht gut, weil ich seit 28 Jahren Docs trage. Aber angenehm. Zimt und Muskat. Weißer Pfeffer? Sherry (Sherry-Fässer sind mit im Spiel) nur sehr dezent.

Der erste Sip: Süß. Pfeffer. Muskat. Karamell. Haselnuss. Schoki. Ganz leichter „Chili Catch“. Hat Dampf im süßen Abgang, die 46% tun dem echt gut. Gleich mal probiert, was er von ein wenig Wasser hält. Hmm. OK. Ohne war besser. Der ist schon komplex genug, aufgeschlossen wird da relativ wenig bis nichts imho.

Ein paar Tage später erneut probiert an den Weihnachtsfeiertagen: Er bleibt zwischen komplex, würzig aber trotzdem smooth angenehm. Ein wirklich guter Tropfen!

Paddys Day Battle of the Irish Whiskeys

Dieser Beitrag wurde aus dem sozialen Netzwerk Google Plus hierhin transferiert. Der Test fand ursprünglich am St. Patricks Day statt.

Zum Saint Patricks Day heute ein kleiner Battle dreier irischer Blends. Einen Jameson Select Reserve Black Barrel, Nachfolger des zwölfjährigen Jameson, ein Teeling Small Batch Rum Cask, gefinisht in nicaraguanischen Rum-Fässern und ein Writer’s Tears Pure Pot Still, also der einzige nicht Blend. Alle so um die dreißig Euro.

Werde mal bei einem Film die nächsten zwei Stunden schnuppern und süffeln, Ehefrau ist unterwegs ;). Nein, das ist nicht viel Alkohol. Auf Bier umgerechnet ist das ungefähr ein Glas Weizen. So. Was haben wir denn. Yes, Expendables I und II. Der Abend ist gerettet. Dann schütten wir mal ein…

So, am Ende des Abends fertig. Tasting Notes ausgewertet. Für Details hab ich diese mal hier rechts rein gepackt. Das erläutert auch mein System recht schnell, wer es nicht versteht, für die Nase gibt es bei „Battles“, die feiner gestimmt sein müssen als Einzelreviews, 100 Punkte max für jeweils Nase und Aroma und 50 für Abgang. 211 Punkte in meinem System (max 250) für den Jameson, 195 für den Teeling, 210 für den Writers Tears. Wenn letzterer nur 3% mehr Alkohol hätte, dann hätte er wohl gewonnen. Allesamt gute, ab 190 ist schon nett.

 

Hier gibts den Writers Tears

Hier gibts den Jameson

Hier gibts den Teeling

Kurz-Review The Irish Man Irish Single Malt Whiskey

Heute Abend mal ein Gläschen vom recht günstigen Irishman Single Malt. Stammt von der irischen Walsch-Distille, die mit dem Writers Tears.Whiskeys ein paar sehr nette Whiskeys im Angebot haben. Den Copper Pot aus der Linie mag ich recht gerne.

Das hier ist aber ein Single Malt. Es gibt einen NAS, den hier, und einen 12jährigen. Von Walsch direkt stammt er nicht, da die Distille erst seit Sommer brennt, vorher wurden die Destillate aus der Middleton-Distille „besorgt“, der Heimat des Jameson und des großartigen Red Breast. Aber auch andere Iren, auch aus anderen Konzernen, bedienen sich gerne der Single Malts aus den Middleton-Brennblasen. Dieser hier aber stammt, Achtung, nicht aus den Brennblasen von Middleton, ja nicht mal aus der Republik Irland, sondern aus Ulster, also Nord-Irland, UK! Und da gibt es natürlich nur einen legendären Namen: Bushmills. Bushmills Single Malts, vor allem der 21jährige, aber auch der Zehner, sind tolle Irish Whiskeys.

Er ist nicht sooo jung, wenn wir den „normalen“ 10er Bushmills zum Vergleich ziehen. Ich würde mal 8-10 Jahre schätzen. Dafür ist die Eiche doch bereits spürbar. Riecht nach Vanille und Karamell. Und Malz und Eiche. Dahinter etwas orangiges, aber eher wie Oranginat oder irgendwas anderes „Backwerkiges“ fruchtiges. Aprikose?

Der Geschmack ist schön malzig. Aber auch würzig. Ingwer. Viel Vanille und Karamell. Das Fruchtige aus der Nase ist auch hier da. Spicy und süss.

Der Abgang ist auch nett. Mittel. Sehr malzig, aber lecker. Hier hätten es imho doch ein paar Volumenprozent mehr sein können, aber es gibt ja die Fassstärke hiervon, der Jim Murray sogar 94,5 Punkte gegeben hat. Die steht bereits auf der Wishlist, liegt aber beim dreifachen des Preises.

Ansonsten, Ex-Bourbon UND Sherry-Fässer. Nummerierte Batches, ein Batch sind ca. 6000 Flaschen. Günstig (30-35 Tacken) und lecker. Nett. Auch geeignet, um Leute via eines smoothen Iren zum Single Malt zu bringen.

Kurz-Review Lagavulin 8 Jahre 200th Anniversary Limited Edition

Wenn die Dame des Hauses mit ihren Freundinnen unterwegs ist, kann der Herr des Hauses mal genießen. Zum 200. Geburtstag hat Lagavulin einen limitierten 8 Jahre alten Single Malt herausgebracht. Der kostet allerdings genausoviel, teilweise ein paar Euronen mehr wie der 16er. Lohnt sich das? Im Netz schreien einige „Marketing!“, aber die Leidenschaft hat gesiegt über die Skepsis. Der normale 16er steht hier immer, und genauso die Distillers Edition des 16ers, einer meiner Top 3-Whisk(e)ys überhaupt.

Die ersten Lieferungen waren bei den üblichen Verdächtigen schnell „aus“, aber bei Whiskyonline24.de habe ich dann eine Flasche ergattert. Aber es gibt auch wieder Nachlieferungen anscheinend. Im übrigen guter Shop, netter Betreiber, Empfehlung!

Kurzeindruck:

Nase: Edelpaprika, Zitrus/Zitronengras, italienische Gewürze, Petersilie, zarter Rauch, nur ein Fitzel Jod, Minze, Meersalz, Vanille, Karamell
 
Zunge: Nuss, Vanille, Meersalz, Gewürze, Süss, Eiche. Jod, Rauch. Alles sehr schön harmonierend.
 
Abgang: Mittellang, würzig, mit Dampf.
 
 
Fazit: Alles in allem nicht bereut. Der ist schon sehr sehr lecker. Anders wie der 16er, anders wie die 16er Distillers Edition, aber er passt schön in die Reihe im Regal :D.

Kurz-Review Johnnie Walker Green Label 15 Jahre Blended Malt

Johnnie Walker Green Label Blended/vatted Malt Whisky

Alter: 15 Jahre

Preis: ca. 35 Euro

Bezugsquelle: Whiskyzone.de

Normalerweise sind schottische Blends nicht so meins. Irische Blends können was, aber schottische, da fehlte mir bisher der Bezug zu, auch wenn ich nichts dagegen habe, mal einen 12er Chivas Regal zu trinken bei Personen, die nichts anderes im Haus haben ;).

Der Green Label ist ja wiederum eine andere Geschichte. Kein klassischer Blend, kein Tropfen Grain Whisky drin. Der Green Label besteht aus vier bekannten Single Malts aus dem DIAGEO-Konzern. Caol Ila, Cragganmore, Talisker und Linkwood. Bis auf den Linkwood gehören diese Malts zum Standard-Sortiment meiner Sammlung, weswegen ich die Geschmäcker der einzelnen Malts also recht gut kenne (mit einer Ausnahme). Daher war ich sehr gespannt.

Aufgemacht, den Korken gezogen (richtiger Korken, US-Importe haben Schraubverschluss anscheinend!) und dran geschnuppert. Riecht würzig. Gut

Nase: Honig. Würziger Honig. Von Rauch durch den Caol Ila vor allem keine Spur. Ein wenig grünes Obst. Nektarine? Malz. Eiche. Bissl Vanille.

Gaumen: Süßer Honig und ein dicker fetter Laster mit gerösteten Cornflakes fährt ein… Dahinter eine gewisse Würze, die keine Eiche ist. Der Talisker? Angenehm. Der Cragganmore ist hier, wie ich finde, am dominantesten, leicht, floral, bißchen Vanille und trotzdem hat der Cragganmore meines Erachtens eine gewisse Würze. Rauch, Phenol und Co nicht anwesend. Caol Ila wird wohl nur ultrawenig drin sein. Danach wieder floral und zwischendurch wieder neben dem Honig sowas wie Nektarine (oder Apfel?) und dann wieder Cornflakes. Lecker.

Abgang: Mittellang. Da bleibt schon was. Würzig. Energie. Oh, da etwas Rauch? Schwierig zu fangen. Aber kann was in dieser Kategorie.

Alles in allem für den Preis vollkommen in Ordnung, ein leckerer Blended Malt. Sehr gefällig, was er ja sein soll, in keiner der Aromen zu extrem. Mit Red Label und dem anderen Gerödel hat das hier wirklich nichts zu tun. Hier gibts eine gefällig designte Mischung aus 15jährigen Single Malts, bei der niemand meckern kann.

Mein King of Cocktails – Der Whisk(e)y Sour

Mein Favorit unter den Cocktails ist und bleibt, neben dem Beneck, der eine abgewandelte Version ja ist mit mehr AddOns ;), der gute alte Whisky Sour, den ich aber ebenfalls etwas „pimpe“. Mensch nehme:

  • 4cl Whisk(e)y
  • 3cl Zuckerrohr-Sirup
  • eine halbe oder auch ganze gepresste Limette
  • viel Crushed Ice
  • Tonic Water zum auffüllen (oder aber einfach nur Soda-Wasser, Tonic passt im Sommer besser)

Ich persönlich nehme dafür gerne einen getorften Islay-Scotch. Denn der torfige Geschmack harmoniert einfach herrlich mit dem Saft der Limette. Als Beispiel 3 verschiedene Islays, von günstig bis Top. Mit dem günstigen Finlaggan, einem Islay, dessen Distille „geheim“ ist und bei dem es sich wohl um einen Bowmore handeln könnte, schmeckt es schon sehr gut. Mit dem 10er Laphi ist es wild, extrem erfrischend, da trifft Citrus auf Teer, großartig. Mit der Lagavulin Distillers Edition wird es smooth, dank des Sherry-Finishs und Süße, Torf und Citrus bilden ein perfektes Gespann. Auch wenn manchen Menschen es ein Graus ist, gute Scotches in Cocktails zu packen, die Qualität der Einzel-Komponenten macht das Ergebnis aus. Das ist überall so und auch hier.

IMG_20150711_210853IMG_20150711_222749 IMG_20150711_214655

Kurz-Review Teeling Rum Cask Finish Irish Whiskey

Yes Weekend! Heute mit einem Teeling Small Batch Rum Cask Irish Whiskey. Die Teeling-Distille ist legendär, war erst verschwunden und die Familie mischte in anderen großen Distillen Irlands mit. Jetzt wieder an der Clontarf Road in Dublin. Ein Stück irischer Geschichte.

Kurzfacts: No age statement, non chill filtered, kein Farbstoff. Dreifach destilliert wie es sich für einen Iren gehört. Blend aus Grain und Malt mit hohem Malt-Anteil. Nachreifung in nicaraguanischen Rum-Fässern. Seriously.

Der Geruch ist sehr schön. Viel Eiche. Floral. Karamell, Vanille. Kaum Alkohol trotz des relativ hohen Gehalts. Irgendeine leichte Nuss? Ingwer. Äpfel oder Birnen? Frühling nach einem kurzen Regen. Mal noch ein wenig schnuppern. Und nachher mal dann auch trinken ;). Wie der letzte am Ende auch mit Wasser ein wenig aufschließen.

So… Dann mal los.

Nase: Zitrus, Zucker, Vanille, ein bissl Eiche mit ihrer besonderen Würze, Karamell. Nicht besonders, aber auch nicht schlecht.

Aroma: Zucker, Würze, Rum, Eiche, Vanille, ein wenig Schärfe die aber eher wohl vom nicaraguanischen Rum-Fass und den Rum-Resten kommt.

Abgang: Mittel, scharf, Pfeffer-Würze.

Fazit: Solider Ire, recht günstig zu kriegen. Schönes Experiment mit dem Rum Cask-Finish, aber mich haut er nicht sooo vom Hocker.

Review Jameson Cask Mates Irish Whiskey

Ein Jameson Caskmates, nachgereift in Stout-Fässern der Franciscan Well Brewery in Cork. Jameson ist wohl DER weltweite Marktführer für Irish Whiskey und bietet neben dem Standard auch einige sehr gute Blends, wie zB den Select Reserve Black Barrell.

Nase: Karamell, Vanille und vor allem irgendwie weiße Schokolade. Ein wenig weihnachtliche Gewürze, kann aber auch psychologisch sein. Ein wenig wie kandierte Nüsse, aber Karamell und Vanille dominieren imho.

Zunge: Smooth wie die Hölle, geht runter wie Vanillemilch. Neben dem Trio aus Karamell, Vanille und weißer Schokolade ein wenig Eiche und da lauert noch was. Wer gerne Stouts oder Strong Dark Ales trinkt kennt den typischen Geschmack des (spärlichen, da mit Stickstoff) Schaums dieser Biere. Frisch, cremig, hopfig. Das lauert ein wenig im Hingergrund. Aber auch etwas Frucht und Getreide tatsächlich.

Abgang: Mittel wie ich finde. Geschmacklich stark, aber immer noch smooth. Bleibt bei den Qualitäten weiter oben. Normalerweise trinke ich immer an nem Doppelten sehr sehr lang (und die Schlücke sind kleiner), hier habe ich aber beim 2. 😀 am Ende mal nen größeren Schluck probiert. Da wurde imho auch im Abgang diese Stout-Schaumkrone wie von einem Murphys (eher Murphys denn Guinness :D) deutlicher wie bei kleinen Schlücken.

Ich muss sagen, der ist richtig gut. Und 1l-Flasche für 30 Euronen sehr günstig. Das ist ein Irish Whiskey, den mensch gut trinken kann, der lecker ist und der es zB mit dem Select Reserve Black Barrel Jameson (der quasi Nachfolger des 12jährigen), der mehr kostet (etwas über 30 für 0,7l bezahlt letztens) aufnehmen kann, wenn nicht sogar schlägt wegen dieses zusätzlichen Geschmacks.

Gutes Zeug! Falls jemand Ben Shaws Cream Soda kennt, das ist eine wunderbare Limonade aus UK mit dem Geschmack von Vanille, Karamell und irgendwie weißer Schokolade. Der Jameson hat ja fast immer diesen Unterton, wie ich finde, aber hier im Caskmates passt dieses noch mehr, da die „anderen“ Untertöne im Vergleich zum normalen oder Black Barrel, dieses „frische“, das noch mehr herausstellen. Daher nochmal die Anmerkung, ich liebe Stouts und Strong Ales. Wer diesen speziellen Unterton nicht mag wird meine Begeisterung nicht teilen können.

Das einzige, was mir nicht gefällt ist der überaus billige Schraubverschluss. Schon beim ersten erneuten Schließen war der „überdreht“ und wurde gegen einen Korken ausgetauscht, da der Schraubverschluss nicht mehr richtig schloss.

Review Glendalough 10 Jahre Irish Whiskey Single Malt „Dublin in the ould times“

Glendalough 10 Jahre Single Malt „Dublin in the ould times“
Preis: ca. 50 Euro
Quelle: Whiskyzone.de

Infos:
Glendalough gibt es erst seit wenigen Jahren im Ort gleichen Namens. Sie nennen sich „Craft Distillery“, stellen Poitins, Gins und Grain und Single Malt Whiskeys her. Offiziell gibt es einen 7jährigen und einen 13jährigen Single Malt. Hinter der Firma steckt eine kleine 4köpfige Gruppe von Enthusiasten, als Mitinvestor konnte auch die irische Rugby-Legende Brian O’Driscoll  gewonnen werden. Brian O’Driscoll trug die Trikotnummer 13 (im Rugby Union gibt die Nummer die Spielposition an, hier dann Outside Centre), daher ist der ältere Single Malt auch eben ein 13er und kein zB 12er :D.

Der 10er hier war eine Sonderabfüllung zu Ehren des irischen Folk-Sängers Pete St. John. Da die Whiskeys älter sind als die Distille (4 Jahre Vertrieb eingekaufter Destillate, erst seit 2 Jahren eigene Pot Stills, wenn auch kleine Holsteiner Potstills) und deren selbstgebranntes Whiskeydestillat folglich noch reift im eigenen Warehouse sind die momentanen Sorten zugekauft, so wie es andere in Irland ebenfalls machen, der Tullamore Dew Single Malt zum Beispiel ist aus derselben Quelle zugekauft. Ursprünglich sind es Cooleys Single Malts, die auch von anderen Firmen als Ausgangsprodukt zur Veredelung genutzt werden wie bereits erwähnt.

Über den 7er und 13er habe ich bisher nur gutes gehört, aber nicht probiert. Meine Wahl ist auf den 10er gefallen, weil der schön in der Mitte liegt und weil er als „Signature Edition“ auch etwas abgefahrener ist :D. Im Gegensatz zu den 7ern und 13ern allerdings ist der 10er nur mit 40% abgefüllt. Ob sich das wiederspiegeln wird?

„Tasting Notes“

Nase: Unverkennbar ein Ire. Aber am dominantesten ist am Anfang der Geruch nach Banane. Dann Honig, viel Karamell. Apfel. Birne. Marzipan. Mandel. Nuss. Dann immer wieder Banane. Oh, da ist feuchtes Holz und Eiche! Und nach einiger Zeit wieder Eiche. Aber immer fruchtig süß. Alkohol zwar riechbar, aber geht in den Aromen unter.

Die bisher genossenen irischen Single Malts aus dieser Altersklasse (unter anderem mein geliebter solider 10er Bushmills, aber auch der 10er Tullamore Single Malt, der sogar derselbe Whiskey ist streng genommen ;), da auch von Cooleys eingekauft) hatten aber alle dieses Profil gen Marzipan und Karamell, auch mal Apfel. Aber die Banane so eindeutig war neu. Überraschend, da ja der Single Malt von Tullamore Dew noch bis 2024 Cooleys ist, da Grant (Glen Fiddich) die alte Distille erst 2014 wieder in Tullamore eröffnet hat.

Zunge/Mund: Süß. Aber auch würzig. Karamell, Honig, Vanille dominieren. Ein Ire halt. Smooth. Fast schon zu smooth. Die 40% im Gegensatz zu den sonst von Glenadlough benutzten 46% waren imho nicht die richtige Entscheidung. Genau das wäre noch das aromatische kleine Stückchen gewesen, um ihn weiter nach vorne zu bringen. So bleibt es ein guter Geschmack, aber das i-Tüpfelchen fehlt.

Abgang: Weich, smooth, aber relativ kurz. Etwas Würze. Da hättens 46% echt gebracht.

Fazit:
Schwierig. Einerseits ist es schön, das Revival neuer Distillen in Irland zu sehen und zu unterstützen. Andererseits muss mensch damit leben, daß erstmal viel aus den normalen „Quellen“ (und es gab bis vor kurzem nur die großen 3 in ganz Irland) benutzt wird, bis die Destillate der Noobs fertig gereift sind. Daher ist 50 Ocken für einen 10er Single Malt echt happig, denn als Benchmark nehme ich da immer den 10er Bushmills Single Malt, der Kaiser aller Preisleistungs-Kracher in Sachen Irish Whiskey.Und den krieg ich für 20 Euro manchmal. Selbst der Tullamore Dew Single Malt, bei dem es sich exakt um denselben Grund-Malt von Cooleys handelt (aber eben von Grand/Glen Fiddich gereift) kostet manchmal 20 Euro weniger, allerdings ist Grand/Glen Fiddich auch bereits ein großer Konzern und keine mittelständische Firma mit nur 4 Mitarbeitern.

Das ist beileibe kein schlechter Whisky. Er ist gut. Nur, würde ich ihn noch mal kaufen? Eher nicht. Da würde ich dann eher mal den Double Grain von Glendalough probieren als ersten Grain in der Sammlung. Hier ist das Preis-Leistungsverhältnis doch schwierig. Klar, es ist eine kleine Distille, die sind teurer. Aber es gibt Tage im Jahr (jetzt grade mal wieder nicht), da krieg ich für dasselbe Geld einen 16er Bushmills Single Malt, der sehr komplex ist und dem wenig komplexen hier meilenweit überlegen. Wenn es rein um die 10er Single Malts gibt, dann ist tatsächlich der 10er Bushmills Single Malt genauso gut, manchen wird er sogar besser schmecken (der ist flüssiges Karamell mit Vanille und Marzipan, nomnom), aber der kostet weniger als die Hälfte…

Wer gerne Iren mag und sammelt sollte mal probieren. Wem es einfach nur ums Whiskey trinken geht, dem kann ich eher sagen, für das Geld gibt’s andere interessantere.

Kurz-Review Writers Tears Pure Potstill Irish Whiskey

Die Irish Whiskey-Branche boomt und neue Destillate erscheinen. Noch bedient sich die Destillerie Walsh der Destillate des Giganten Midleton, aber die Bauarbeiten dort sind abgeschlossen, sodaß sich in den nächsten Jahren spannende Produkte von dort erwarten lassen. Was mich allerdings im Vorfeld schon verwundert hat sind die unterschiedlichen Ergebnisse einiger Reviews. Das unterscheidet sich dermaßen zwischen Floral und „sprittig“, daß sich bei mir der Verdacht einschleicht, daß es hier verschiedene Abfüllungen unter selbem Label gab, um den Kunden Walsh zu befriedigen…

– Best Irish Blend <50€ Irish Whiskey Awards
– Gold Award Internationaler Spirituosen-Wettbewerb
– 93 (!) Punkte vom ollen Murray

 

Nase: Malz. Karamell. Vanille. Honig. Bissl Eiche. Trockenfrüchte? Irgendwas anderes fruchtiges noch dabei, Apfel, Birne, grünes Obst. Floral. Je öfter desto „grüner“ werden die Früchte.

Gaumen: Süss. Honig, Karamell. Vanille. Maripan. Eiche hinten dran mit der typischen leicht bitteren Würze. Hopfen. Grüne Früchte wieder. Könnte ein wenig mehr Alkohol vertragen.

Abgang: Kurz bis mittel und honigsüss. Mittlerer Abgang mit Würze. Trotzdem typisch Pot Still-Ire, schöne Balanz zwischen deutlich und extrem smooth.

Fazit: Netter Whiskey, der es spannend macht, was die folgenden Jahre mit dem eigenen Destillat der Firma passiert.

Kurz-Review Gallantry Irish Whiskey Aldi Süd

Dieses Kurzreview entstand 2015, als schon einmal im Aldi Süd UK/Irland-Aktion war, daher jetzt im April 2016 wieder aktuell.

Slainte!

Im Aldi Süd sind momenten British Isles-Tage. Fudge in vielen Varianten, auch Fudge Cake, Cider, gute Chips, Shortbread, Fish and Chips-TiKü etc. Und auch einen irischen Whisky. Für nen Zehner, OK, opfern wir uns doch mal. Als Anglo- und celtophiler (ersteres machen die Torries ja echt schwer momentan) gerne zur Verfügung gestellt. Also auf das Ding.

Older bedeutet hier wohl „1 Tag mehr wie die Drei Jahre und 1 Tag“, welche gesetzlich vorgeschrieben sind. Blend heißt bei Iren eigentlich nichts negatives, ich erinnere an den sehr guten Bushmills 1608 Anniversary (wobei der zu 95% aus alten Single Malts besteht) oder den Jamesons 12 Years, und seinen exquisiten Nachfolger, den Jamesons Select Reserve Black Barrel.

Nase: Wuuuhhh. Nicht gut. Gar nicht gut. Bitter sprittig, Alkohol. Grain Whisky, also verkappter Korn, definitiv mehr als Malts. Mal fünf Minuten stehen lassen. Nach fünf Minuten kleine Nuancen Karamell und Vanille hinter dem Alkohol. Der aber noch dominant. Nochmal ein wenig stehen lassen. Das Fass wird deutlicher, aber das Sprittige bleibt.

Mund: Hmm, gar nicht so sprittig. Vanille, Karamell, weiße Schokolade. Kokos. Erinnert mich an, moment, den billigsten Jameson? Nur mit mehr Grain-Anteil? Ist nur ne VT, aber geht in die Richtung. Schmeckt viel besser im Vergleich zum Geruch. Aber jetzt nicht der Knaller. Durchaus Dampf. Erinnert mich echt stark an einen Jameson mit mehr Grain. Je mehr ich trinke und im Mund habe, desto stärker wird dieser Eindruck.

Abgang: Sehr schnell weg. Hat zwar Dampf dank des Grains, den viele hassen, aber die Vanille und weiße Schokolade ist ziemlich fix gen Tipperary gezogen.

Fazit: K, 10 Euro. Zum Mixen sowie für nen Baileys, selbst gemacht, vielleicht zu empfehlen. Für Whisk(e)y-Liebhaber aber zu schwachbrüstig und jene, die den Grain-Anteil in den großen Blends der grünen Insel hassen, absolut nix.

Nachtrag: Die Nase ist immer noch extrem sprittig grainig. Aber der Geschmack weich. Strange Sache das. Ich glaube, ich muss das Glas mit nem Jameson Select Reserve Black Barrel (der Nachfolger des 12jährigen Jameson) ausgleichen, damit mein Gaumen wieder sieht, daß irische Blends auch anders gehen.