Kurz-Review The Dalmore 15 Jahre Single Malt

Während des Herbst-Urlaubes an der Ostsee waren wir auch für einen Tag auf Fehmarn. Dort bin ich beim Schlendern im sehr schönen Laden Steam & Whisky gelandet. Superfreundlicher Service. Und bin, neben zwei kleineren Probefläschchen Laphoraig 18 und Ardbeg Corryvreckan mit einer großen Flasche The Dalmore 15 Jahre nach Hause bzw. in die Ferienwohnung gegangen. Auch der Preis war mehr als fair, ca. 5 Euro unter dem normalen Durchschnittspreis von 65€ die Buddel.

Die Farbe besteht wie bei vielen Malts aus nicht schmeckbarem Karamel aka Zuckerkulör. Machen leider sehr viele Distillen, auch wenn der Trend zurück geht. Aber dieser Malt hier reift nach 12 Jahren nochmal drei Jahre in drei verschiedenen Sherry-Fässern. Oloroso, Apostoles und Amoroso. Das gibt ein wenig die Farbe, aber nicht so krass wie auf dem Bild, aber auf jeden Fall den Geschmack.

Nase: Mandel, Vanille, dahinter Orange. Blutorange? Zitrusfrüchte, aber eben eher in diese Richtung. Dann wird es weihnachtlich. Zimt und Muskat. Lecker. Die Eiche passt dazu super, die schleicht sich dann von hinten an.

Zunge: Der Nase sehr ähnlich. Schön smooth. Mandel und Vanille und Gewürze und im Hintergrund immer noch die Orange. Könnte allerdings echt 3-6% mehr Alkohol vertragen. Wieder mal verpasstes Potential :(. Imho sind in diesen paar Prozent mehr viele Geschmacksnuancen erst möglich, Alkohol ist halt ein Geschmacksträger. Aber das ist persönliche Ansichtssache. Sherry-Einfluss kommt eher im Zusammenspiel der Aromen durch.

Abgang: Mittellang, würzig, aber trotzdem noch süss und smooth. Sehr sehr angenehm.

Insgesamt ein toller Highland-Whisky. Schade, daß es Cask Strengths anscheinend nur von Signatory (bei denen es oft wahre Perlen gibt), die sich das auch gut bezahlen lassen.

Kurz-Review Bunnahabhain 12 Jahre Islay Single Malt

Bunnahabhain ist immer an mir vorbei gegangen. Obwohl ich eigentlich alle Islays sehr mag und von bestimmt 40 verschiedenen Single Malts, die ich getastet habe bisher diese zu meinen Favoriten gehören, hab ich mir bei dem gedacht, OK, kein Torf, irgendwann. Obwohl ich die Bruichladdich ja eigentlich auch mag. Aber pünktlich zur Wintersonnenwende 2016 😉 wurde mir vor eine Flasche geliefert :D. Ach ja, nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert. So muss das!

Beim ersten Tasting habe ich mich mal mit dem Kindle zurück gezogen, Ehefrau war auf Firmen-Weihnachtsfeier, und ausgiebig geschnuppert und kleine Schlücke probiert.

Erster Eindruck für nen Bunnahabhain-Noob: Riecht schon sehr schön. Die angebliche Rauchnote finde ich gar nicht. Aber Nüsse. Und Eiche. Holz. Baum. Karamell. Was leicht maritimes liegt drüber, aber das ist kein Rauch. Granatapfel. Doc Martens. Echt. Frische Doc Martens. Der Ledergeruch :D. Den kenne ich recht gut, weil ich seit 28 Jahren Docs trage. Aber angenehm. Zimt und Muskat. Weißer Pfeffer? Sherry (Sherry-Fässer sind mit im Spiel) nur sehr dezent.

Der erste Sip: Süß. Pfeffer. Muskat. Karamell. Haselnuss. Schoki. Ganz leichter „Chili Catch“. Hat Dampf im süßen Abgang, die 46% tun dem echt gut. Gleich mal probiert, was er von ein wenig Wasser hält. Hmm. OK. Ohne war besser. Der ist schon komplex genug, aufgeschlossen wird da relativ wenig bis nichts imho.

Ein paar Tage später erneut probiert an den Weihnachtsfeiertagen: Er bleibt zwischen komplex, würzig aber trotzdem smooth angenehm. Ein wirklich guter Tropfen!

Paddys Day Battle of the Irish Whiskeys

Dieser Beitrag wurde aus dem sozialen Netzwerk Google Plus hierhin transferiert. Der Test fand ursprünglich am St. Patricks Day statt.

Zum Saint Patricks Day heute ein kleiner Battle dreier irischer Blends. Einen Jameson Select Reserve Black Barrel, Nachfolger des zwölfjährigen Jameson, ein Teeling Small Batch Rum Cask, gefinisht in nicaraguanischen Rum-Fässern und ein Writer’s Tears Pure Pot Still, also der einzige nicht Blend. Alle so um die dreißig Euro.

Werde mal bei einem Film die nächsten zwei Stunden schnuppern und süffeln, Ehefrau ist unterwegs ;). Nein, das ist nicht viel Alkohol. Auf Bier umgerechnet ist das ungefähr ein Glas Weizen. So. Was haben wir denn. Yes, Expendables I und II. Der Abend ist gerettet. Dann schütten wir mal ein…

So, am Ende des Abends fertig. Tasting Notes ausgewertet. Für Details hab ich diese mal hier rechts rein gepackt. Das erläutert auch mein System recht schnell, wer es nicht versteht, für die Nase gibt es bei „Battles“, die feiner gestimmt sein müssen als Einzelreviews, 100 Punkte max für jeweils Nase und Aroma und 50 für Abgang. 211 Punkte in meinem System (max 250) für den Jameson, 195 für den Teeling, 210 für den Writers Tears. Wenn letzterer nur 3% mehr Alkohol hätte, dann hätte er wohl gewonnen. Allesamt gute, ab 190 ist schon nett.

 

Hier gibts den Writers Tears

Hier gibts den Jameson

Hier gibts den Teeling

Kurz-Review Houblon Chouffe Triple Indian Pale Ale

Mein Lieblingsbelgier momentan, vielleicht sogar mein aktuell am liebsten im „Discounter“ gekaufte Bier aus der Exoten-Ecke, das Houblon Chouffe Triple Indian Pale Ale. Aus der Brauerei D’Achouffe kommen einige sehr sehr schöne Biere, dieses hier ist allerdings mein Favorit. Schaut doch einfach mal bei deren Website direkt vorbei. Also kommen wir zu (1) Geruch, (2) Geschmack, (3) Abgang und Fazit.

  1. Gleich nach dem Öffnen eröffnet sich eine recht typische Indian Pale Ale-Welt. Es riecht nach Mango, Pfirsich, Papaya, Mandarine. Die Hopfensorten in vielen IPAs gehen ja in die Richtung. Da freut sich doch die Nase.
  2. Im Geschmack kommt dann noch Zitrone, eher fast Limette dazu, dann auch etwas bittere Orangen. Extrem erfrischend.
  3. Hopfiger Abgang mit Grapefruit. Ein Knaller.

Dieses Ale knallt aber auch. Die 9% bemerkt mensch erst nach dem Trinken. Als ich dieses Bier das erste Mal mit einem Freund im Sommer trank waren wir verwirrt, daß wir nach einer Flasche bereits einen spürbaren Alkohol-Effekt bemerkten. Sind ja nur 0,33l. Aber als wir dann schauten, wieviel %vol dieser Zwerg hat, waren wir mehr als überrascht. Es ist nämlich zu keiner Zeit als „schweres“ im Sinne von stark alkoholischem Bier zu erschmecken. Das ist sicher eine Eigenheit vieler stärkerer IPAs, aber hier ist das meines Erachtens auf die Spitze getrieben. Davon ein  Kasten auf einer Party im Sommer und… Exitus :D. Nicht billig, aber großartig.

Kurz-Review St. Bernardus Prior 8 Abbey Ale

JederR, der oder die sich mit dem wunderbaren vergorenen Brot beschäftigt, weiß, daß die Belgier in Sachen Bier zu den ganz großen Playern gehören. Daher hab ich an einem besonderen Abend, neben dem Tyranny spielen, Obsidians neuestem RPG, mal 2 belgische Biere am Start. Ehefrau spielt Pen und Paper mit ihren Mädels, da hab ich dann „sturmfrei“ :D. Den Anfang macht das St. Bernardus Prior 8 Abbey Ale. Hier gehts zur Brauerei-Website.

In der Nase schon malzig, süss. Im Geschmack ebenfalls. Süffig. Lecker. Nur im Nach/Abgang hopfig. Kräftig, aber doch smooth.

Ich habs mal tatsächlich nur auf die empfohlene Temperatur runter gekühlt, auf der Flasche steht „8°-12°C empfohlen“ drauf, IST-Temperatur grade bei 10°C. Mmmmmm. Sehr sehr gutes Bier. Die 8%vol sind absolut nicht bemerkbar. Ein wahrhaft großartiges Tier aus der Familie der Ale- und Biertiere.

Kurz-Review The Irish Man Irish Single Malt Whiskey

Heute Abend mal ein Gläschen vom recht günstigen Irishman Single Malt. Stammt von der irischen Walsch-Distille, die mit dem Writers Tears.Whiskeys ein paar sehr nette Whiskeys im Angebot haben. Den Copper Pot aus der Linie mag ich recht gerne.

Das hier ist aber ein Single Malt. Es gibt einen NAS, den hier, und einen 12jährigen. Von Walsch direkt stammt er nicht, da die Distille erst seit Sommer brennt, vorher wurden die Destillate aus der Middleton-Distille „besorgt“, der Heimat des Jameson und des großartigen Red Breast. Aber auch andere Iren, auch aus anderen Konzernen, bedienen sich gerne der Single Malts aus den Middleton-Brennblasen. Dieser hier aber stammt, Achtung, nicht aus den Brennblasen von Middleton, ja nicht mal aus der Republik Irland, sondern aus Ulster, also Nord-Irland, UK! Und da gibt es natürlich nur einen legendären Namen: Bushmills. Bushmills Single Malts, vor allem der 21jährige, aber auch der Zehner, sind tolle Irish Whiskeys.

Er ist nicht sooo jung, wenn wir den „normalen“ 10er Bushmills zum Vergleich ziehen. Ich würde mal 8-10 Jahre schätzen. Dafür ist die Eiche doch bereits spürbar. Riecht nach Vanille und Karamell. Und Malz und Eiche. Dahinter etwas orangiges, aber eher wie Oranginat oder irgendwas anderes „Backwerkiges“ fruchtiges. Aprikose?

Der Geschmack ist schön malzig. Aber auch würzig. Ingwer. Viel Vanille und Karamell. Das Fruchtige aus der Nase ist auch hier da. Spicy und süss.

Der Abgang ist auch nett. Mittel. Sehr malzig, aber lecker. Hier hätten es imho doch ein paar Volumenprozent mehr sein können, aber es gibt ja die Fassstärke hiervon, der Jim Murray sogar 94,5 Punkte gegeben hat. Die steht bereits auf der Wishlist, liegt aber beim dreifachen des Preises.

Ansonsten, Ex-Bourbon UND Sherry-Fässer. Nummerierte Batches, ein Batch sind ca. 6000 Flaschen. Günstig (30-35 Tacken) und lecker. Nett. Auch geeignet, um Leute via eines smoothen Iren zum Single Malt zu bringen.