Kurz-Review Lagavulin 8 Jahre 200th Anniversary Limited Edition

Wenn die Dame des Hauses mit ihren Freundinnen unterwegs ist, kann der Herr des Hauses mal genießen. Zum 200. Geburtstag hat Lagavulin einen limitierten 8 Jahre alten Single Malt herausgebracht. Der kostet allerdings genausoviel, teilweise ein paar Euronen mehr wie der 16er. Lohnt sich das? Im Netz schreien einige „Marketing!“, aber die Leidenschaft hat gesiegt über die Skepsis. Der normale 16er steht hier immer, und genauso die Distillers Edition des 16ers, einer meiner Top 3-Whisk(e)ys überhaupt.

Die ersten Lieferungen waren bei den üblichen Verdächtigen schnell „aus“, aber bei Whiskyonline24.de habe ich dann eine Flasche ergattert. Aber es gibt auch wieder Nachlieferungen anscheinend. Im übrigen guter Shop, netter Betreiber, Empfehlung!

Kurzeindruck:

Nase: Edelpaprika, Zitrus/Zitronengras, italienische Gewürze, Petersilie, zarter Rauch, nur ein Fitzel Jod, Minze, Meersalz, Vanille, Karamell
 
Zunge: Nuss, Vanille, Meersalz, Gewürze, Süss, Eiche. Jod, Rauch. Alles sehr schön harmonierend.
 
Abgang: Mittellang, würzig, mit Dampf.
 
 
Fazit: Alles in allem nicht bereut. Der ist schon sehr sehr lecker. Anders wie der 16er, anders wie die 16er Distillers Edition, aber er passt schön in die Reihe im Regal :D.

Kurz-Review Johnnie Walker Green Label 15 Jahre Blended Malt

Johnnie Walker Green Label Blended/vatted Malt Whisky

Alter: 15 Jahre

Preis: ca. 35 Euro

Bezugsquelle: Whiskyzone.de

Normalerweise sind schottische Blends nicht so meins. Irische Blends können was, aber schottische, da fehlte mir bisher der Bezug zu, auch wenn ich nichts dagegen habe, mal einen 12er Chivas Regal zu trinken bei Personen, die nichts anderes im Haus haben ;).

Der Green Label ist ja wiederum eine andere Geschichte. Kein klassischer Blend, kein Tropfen Grain Whisky drin. Der Green Label besteht aus vier bekannten Single Malts aus dem DIAGEO-Konzern. Caol Ila, Cragganmore, Talisker und Linkwood. Bis auf den Linkwood gehören diese Malts zum Standard-Sortiment meiner Sammlung, weswegen ich die Geschmäcker der einzelnen Malts also recht gut kenne (mit einer Ausnahme). Daher war ich sehr gespannt.

Aufgemacht, den Korken gezogen (richtiger Korken, US-Importe haben Schraubverschluss anscheinend!) und dran geschnuppert. Riecht würzig. Gut

Nase: Honig. Würziger Honig. Von Rauch durch den Caol Ila vor allem keine Spur. Ein wenig grünes Obst. Nektarine? Malz. Eiche. Bissl Vanille.

Gaumen: Süßer Honig und ein dicker fetter Laster mit gerösteten Cornflakes fährt ein… Dahinter eine gewisse Würze, die keine Eiche ist. Der Talisker? Angenehm. Der Cragganmore ist hier, wie ich finde, am dominantesten, leicht, floral, bißchen Vanille und trotzdem hat der Cragganmore meines Erachtens eine gewisse Würze. Rauch, Phenol und Co nicht anwesend. Caol Ila wird wohl nur ultrawenig drin sein. Danach wieder floral und zwischendurch wieder neben dem Honig sowas wie Nektarine (oder Apfel?) und dann wieder Cornflakes. Lecker.

Abgang: Mittellang. Da bleibt schon was. Würzig. Energie. Oh, da etwas Rauch? Schwierig zu fangen. Aber kann was in dieser Kategorie.

Alles in allem für den Preis vollkommen in Ordnung, ein leckerer Blended Malt. Sehr gefällig, was er ja sein soll, in keiner der Aromen zu extrem. Mit Red Label und dem anderen Gerödel hat das hier wirklich nichts zu tun. Hier gibts eine gefällig designte Mischung aus 15jährigen Single Malts, bei der niemand meckern kann.

Hello Fresh – Continued Part 2

Und auch das zweite Gericht aus der Hello Fresh-Box war sehr angenehm. Auch wenn ich normalerweise kein Geflügel esse, hier habe ich mal eine Ausnahme gemacht. Hühnchenstücke, paniert in Wasabi-Erdnüssen, dann mit Gemüsestreifen in Reispapier. Dazu einen Thai-Basilikum-Mango-Salat. Und der war so unglaublich lecker… Mit anderem Fleisch hätte ich es noch besser gefunden, aber das war schon nicht schlecht. Vor allem der Salat war der Knaller.

 

Kurz-Review Schorschbock Bockbier 13%Vol

In Franken braut Georg  Tscheuschner in seiner Schorschbräu-Brauerei ein paar sehr außergewöhnliche Biere. Die Spezialität dieser Brauerei sind Biere mit einem extrem hohen Alkohol-Gehalt. Wir reden hier aber nicht von „Starkbieren“ mit 7%, nein, wir reden hier von Bockbieren, die bei 13% anfangen und sich über die 30er und 40er erstrecken, bis zu 57% sind möglich! Ich persönlich habe mich an die 13er Varianten getraut und gestern abend einen Schorschbock 13 verköstigt.

Georg Tscheuschner gründete die Brauerei 1996 mit dem Augenmerk auf kleine Mengen besonderer Biere bei hoher Qualität. Er ist somit einer der Vorreiter des momentan boomenden Craft Beer-Trends gewesen. Der Braumeister empfiehlt, sich einem solchen Bockbier eher wie einer Spirituose zu nähern. Also erst mit der Nase, die Aromen wirken lassen, die Entwicklung derselben zu verfolgen und dann das Zusammenspiel von Nase und Gaumen zu erkunden. Das sind beileibe keine Biere zum kippen, sondern anspruchsvolle Getränke, die Richtung Liköre gehen. Da muss mensch sich Zeit nehmen. Daher verwende ich die gleichen Modalitäten wie bei den Whisk(e)y-Reviews.

Trinktemperatur: ca. 4°C

Nase: Malz, etwas Lakritz. Sherry, Port-Wein, Rotwein. Trauben, dunkle Kirsche. Nicht unangenehm.

Gaumen: Port, Sherry, Kirsche. Cola. Malz.

Abgang: Lang und süss.

Fazit: Lecker. Ein Bier zum Genießen!

Hello Fresh-Experiment

Diese Hello Fresh-Food-Abo-Schiene werden fast alle kennen, die sich hierhin verirren. Meine Frau hat es mal ausprobiert, gestern gabs die erste Kiste und den ersten Versuch. Rindersteak mit einem sehr coolen Kartoffel-Schmand-Salat. Die Fleischqualität war sehr gut, ich konnte es medium-rare (bzw fast ganz rare, wie ich es mag) sehr gut genießen, die Zubereitung klappte. Ob das jedem 40 Euro die Woche für 3 Gerichte für 2 Personen wert ist, ist Geschmackssache. Wir probieren erstmal weiter, denn das ganze bringt Abwechslung auf den Tisch.

 

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Das Ergebnis 😀

 

Mein King of Cocktails – Der Whisk(e)y Sour

Mein Favorit unter den Cocktails ist und bleibt, neben dem Beneck, der eine abgewandelte Version ja ist mit mehr AddOns ;), der gute alte Whisky Sour, den ich aber ebenfalls etwas „pimpe“. Mensch nehme:

  • 4cl Whisk(e)y
  • 3cl Zuckerrohr-Sirup
  • eine halbe oder auch ganze gepresste Limette
  • viel Crushed Ice
  • Tonic Water zum auffüllen (oder aber einfach nur Soda-Wasser, Tonic passt im Sommer besser)

Ich persönlich nehme dafür gerne einen getorften Islay-Scotch. Denn der torfige Geschmack harmoniert einfach herrlich mit dem Saft der Limette. Als Beispiel 3 verschiedene Islays, von günstig bis Top. Mit dem günstigen Finlaggan, einem Islay, dessen Distille „geheim“ ist und bei dem es sich wohl um einen Bowmore handeln könnte, schmeckt es schon sehr gut. Mit dem 10er Laphi ist es wild, extrem erfrischend, da trifft Citrus auf Teer, großartig. Mit der Lagavulin Distillers Edition wird es smooth, dank des Sherry-Finishs und Süße, Torf und Citrus bilden ein perfektes Gespann. Auch wenn manchen Menschen es ein Graus ist, gute Scotches in Cocktails zu packen, die Qualität der Einzel-Komponenten macht das Ergebnis aus. Das ist überall so und auch hier.

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Der Beneck – Standard-Cocktail im Bottlenecks Inn

2-3 mal im Jahr betreibe ich mit einigen Freunden während eines sogenannten Live-Rollenspiels im Endzeit-Szenario, dem Bunker Springs, eine Whisky-Bar in einem alten Munitionsbunker der Bundeswehr. Über 300 Spieler treiben sich dort in der Postapocalypse herum und wir sind einer der letzten Überbleibsel der Zivilisation, denn die Crew des Bottlenecks hat sich vor allem auf Uisge Beatha und gutes Bier spezialisiert. Im Hintergrund allerdings ziehen wir auch die Fäden im Rauschmittelhandel und sind ein wenig Richtung Korruption, Intrigen und OK tätig ;).  In diesem Rahmen gibts bei uns auch unseren Hauscocktail, den Beneck Spezial. Unten mal das Rezept in der Deluxe-Variante für unsere guten Freunde ;).

  • 4cl Bowmore 12 Jahre
  • 4cl Bushmills 10 Jahre Single Malt
  • 4cl 43er Vanille-Likör
  • 2cl Rohrzucker-Sirup
  • den Saft einer gepressten Limette
  • Crushed Ice
  • ein kleiner Schuss guter Zitronenlimonade
  • auffüllen mit Schweppes Ginger Ale

Natürlich können auch andere Whiskies in den Beneck. Allerdings sollten es unbedingt ein getorfter und ein milder sein. Ein Laphroaig Quarter Cask und ein smoother Speysider wären auch ne gute Kombi. Oder ein Lagavulin 16 und ein Dalwhinnie 15. Mein Favorit bisher war die Mischung aus einer 16er Lagavulin Distillers Edition und einem 21jähringen Bushmills Single Malt im Beneck. Das ganze mit einem Spritzer Fritz!-Zitronenlimonade btw.

 

 

Kurz-Review Teeling Rum Cask Finish Irish Whiskey

Yes Weekend! Heute mit einem Teeling Small Batch Rum Cask Irish Whiskey. Die Teeling-Distille ist legendär, war erst verschwunden und die Familie mischte in anderen großen Distillen Irlands mit. Jetzt wieder an der Clontarf Road in Dublin. Ein Stück irischer Geschichte.

Kurzfacts: No age statement, non chill filtered, kein Farbstoff. Dreifach destilliert wie es sich für einen Iren gehört. Blend aus Grain und Malt mit hohem Malt-Anteil. Nachreifung in nicaraguanischen Rum-Fässern. Seriously.

Der Geruch ist sehr schön. Viel Eiche. Floral. Karamell, Vanille. Kaum Alkohol trotz des relativ hohen Gehalts. Irgendeine leichte Nuss? Ingwer. Äpfel oder Birnen? Frühling nach einem kurzen Regen. Mal noch ein wenig schnuppern. Und nachher mal dann auch trinken ;). Wie der letzte am Ende auch mit Wasser ein wenig aufschließen.

So… Dann mal los.

Nase: Zitrus, Zucker, Vanille, ein bissl Eiche mit ihrer besonderen Würze, Karamell. Nicht besonders, aber auch nicht schlecht.

Aroma: Zucker, Würze, Rum, Eiche, Vanille, ein wenig Schärfe die aber eher wohl vom nicaraguanischen Rum-Fass und den Rum-Resten kommt.

Abgang: Mittel, scharf, Pfeffer-Würze.

Fazit: Solider Ire, recht günstig zu kriegen. Schönes Experiment mit dem Rum Cask-Finish, aber mich haut er nicht sooo vom Hocker.

Review Jameson Cask Mates Irish Whiskey

Ein Jameson Caskmates, nachgereift in Stout-Fässern der Franciscan Well Brewery in Cork. Jameson ist wohl DER weltweite Marktführer für Irish Whiskey und bietet neben dem Standard auch einige sehr gute Blends, wie zB den Select Reserve Black Barrell.

Nase: Karamell, Vanille und vor allem irgendwie weiße Schokolade. Ein wenig weihnachtliche Gewürze, kann aber auch psychologisch sein. Ein wenig wie kandierte Nüsse, aber Karamell und Vanille dominieren imho.

Zunge: Smooth wie die Hölle, geht runter wie Vanillemilch. Neben dem Trio aus Karamell, Vanille und weißer Schokolade ein wenig Eiche und da lauert noch was. Wer gerne Stouts oder Strong Dark Ales trinkt kennt den typischen Geschmack des (spärlichen, da mit Stickstoff) Schaums dieser Biere. Frisch, cremig, hopfig. Das lauert ein wenig im Hingergrund. Aber auch etwas Frucht und Getreide tatsächlich.

Abgang: Mittel wie ich finde. Geschmacklich stark, aber immer noch smooth. Bleibt bei den Qualitäten weiter oben. Normalerweise trinke ich immer an nem Doppelten sehr sehr lang (und die Schlücke sind kleiner), hier habe ich aber beim 2. 😀 am Ende mal nen größeren Schluck probiert. Da wurde imho auch im Abgang diese Stout-Schaumkrone wie von einem Murphys (eher Murphys denn Guinness :D) deutlicher wie bei kleinen Schlücken.

Ich muss sagen, der ist richtig gut. Und 1l-Flasche für 30 Euronen sehr günstig. Das ist ein Irish Whiskey, den mensch gut trinken kann, der lecker ist und der es zB mit dem Select Reserve Black Barrel Jameson (der quasi Nachfolger des 12jährigen), der mehr kostet (etwas über 30 für 0,7l bezahlt letztens) aufnehmen kann, wenn nicht sogar schlägt wegen dieses zusätzlichen Geschmacks.

Gutes Zeug! Falls jemand Ben Shaws Cream Soda kennt, das ist eine wunderbare Limonade aus UK mit dem Geschmack von Vanille, Karamell und irgendwie weißer Schokolade. Der Jameson hat ja fast immer diesen Unterton, wie ich finde, aber hier im Caskmates passt dieses noch mehr, da die „anderen“ Untertöne im Vergleich zum normalen oder Black Barrel, dieses „frische“, das noch mehr herausstellen. Daher nochmal die Anmerkung, ich liebe Stouts und Strong Ales. Wer diesen speziellen Unterton nicht mag wird meine Begeisterung nicht teilen können.

Das einzige, was mir nicht gefällt ist der überaus billige Schraubverschluss. Schon beim ersten erneuten Schließen war der „überdreht“ und wurde gegen einen Korken ausgetauscht, da der Schraubverschluss nicht mehr richtig schloss.

Review Glendalough 10 Jahre Irish Whiskey Single Malt „Dublin in the ould times“

Glendalough 10 Jahre Single Malt „Dublin in the ould times“
Preis: ca. 50 Euro
Quelle: Whiskyzone.de

Infos:
Glendalough gibt es erst seit wenigen Jahren im Ort gleichen Namens. Sie nennen sich „Craft Distillery“, stellen Poitins, Gins und Grain und Single Malt Whiskeys her. Offiziell gibt es einen 7jährigen und einen 13jährigen Single Malt. Hinter der Firma steckt eine kleine 4köpfige Gruppe von Enthusiasten, als Mitinvestor konnte auch die irische Rugby-Legende Brian O’Driscoll  gewonnen werden. Brian O’Driscoll trug die Trikotnummer 13 (im Rugby Union gibt die Nummer die Spielposition an, hier dann Outside Centre), daher ist der ältere Single Malt auch eben ein 13er und kein zB 12er :D.

Der 10er hier war eine Sonderabfüllung zu Ehren des irischen Folk-Sängers Pete St. John. Da die Whiskeys älter sind als die Distille (4 Jahre Vertrieb eingekaufter Destillate, erst seit 2 Jahren eigene Pot Stills, wenn auch kleine Holsteiner Potstills) und deren selbstgebranntes Whiskeydestillat folglich noch reift im eigenen Warehouse sind die momentanen Sorten zugekauft, so wie es andere in Irland ebenfalls machen, der Tullamore Dew Single Malt zum Beispiel ist aus derselben Quelle zugekauft. Ursprünglich sind es Cooleys Single Malts, die auch von anderen Firmen als Ausgangsprodukt zur Veredelung genutzt werden wie bereits erwähnt.

Über den 7er und 13er habe ich bisher nur gutes gehört, aber nicht probiert. Meine Wahl ist auf den 10er gefallen, weil der schön in der Mitte liegt und weil er als „Signature Edition“ auch etwas abgefahrener ist :D. Im Gegensatz zu den 7ern und 13ern allerdings ist der 10er nur mit 40% abgefüllt. Ob sich das wiederspiegeln wird?

„Tasting Notes“

Nase: Unverkennbar ein Ire. Aber am dominantesten ist am Anfang der Geruch nach Banane. Dann Honig, viel Karamell. Apfel. Birne. Marzipan. Mandel. Nuss. Dann immer wieder Banane. Oh, da ist feuchtes Holz und Eiche! Und nach einiger Zeit wieder Eiche. Aber immer fruchtig süß. Alkohol zwar riechbar, aber geht in den Aromen unter.

Die bisher genossenen irischen Single Malts aus dieser Altersklasse (unter anderem mein geliebter solider 10er Bushmills, aber auch der 10er Tullamore Single Malt, der sogar derselbe Whiskey ist streng genommen ;), da auch von Cooleys eingekauft) hatten aber alle dieses Profil gen Marzipan und Karamell, auch mal Apfel. Aber die Banane so eindeutig war neu. Überraschend, da ja der Single Malt von Tullamore Dew noch bis 2024 Cooleys ist, da Grant (Glen Fiddich) die alte Distille erst 2014 wieder in Tullamore eröffnet hat.

Zunge/Mund: Süß. Aber auch würzig. Karamell, Honig, Vanille dominieren. Ein Ire halt. Smooth. Fast schon zu smooth. Die 40% im Gegensatz zu den sonst von Glenadlough benutzten 46% waren imho nicht die richtige Entscheidung. Genau das wäre noch das aromatische kleine Stückchen gewesen, um ihn weiter nach vorne zu bringen. So bleibt es ein guter Geschmack, aber das i-Tüpfelchen fehlt.

Abgang: Weich, smooth, aber relativ kurz. Etwas Würze. Da hättens 46% echt gebracht.

Fazit:
Schwierig. Einerseits ist es schön, das Revival neuer Distillen in Irland zu sehen und zu unterstützen. Andererseits muss mensch damit leben, daß erstmal viel aus den normalen „Quellen“ (und es gab bis vor kurzem nur die großen 3 in ganz Irland) benutzt wird, bis die Destillate der Noobs fertig gereift sind. Daher ist 50 Ocken für einen 10er Single Malt echt happig, denn als Benchmark nehme ich da immer den 10er Bushmills Single Malt, der Kaiser aller Preisleistungs-Kracher in Sachen Irish Whiskey.Und den krieg ich für 20 Euro manchmal. Selbst der Tullamore Dew Single Malt, bei dem es sich exakt um denselben Grund-Malt von Cooleys handelt (aber eben von Grand/Glen Fiddich gereift) kostet manchmal 20 Euro weniger, allerdings ist Grand/Glen Fiddich auch bereits ein großer Konzern und keine mittelständische Firma mit nur 4 Mitarbeitern.

Das ist beileibe kein schlechter Whisky. Er ist gut. Nur, würde ich ihn noch mal kaufen? Eher nicht. Da würde ich dann eher mal den Double Grain von Glendalough probieren als ersten Grain in der Sammlung. Hier ist das Preis-Leistungsverhältnis doch schwierig. Klar, es ist eine kleine Distille, die sind teurer. Aber es gibt Tage im Jahr (jetzt grade mal wieder nicht), da krieg ich für dasselbe Geld einen 16er Bushmills Single Malt, der sehr komplex ist und dem wenig komplexen hier meilenweit überlegen. Wenn es rein um die 10er Single Malts gibt, dann ist tatsächlich der 10er Bushmills Single Malt genauso gut, manchen wird er sogar besser schmecken (der ist flüssiges Karamell mit Vanille und Marzipan, nomnom), aber der kostet weniger als die Hälfte…

Wer gerne Iren mag und sammelt sollte mal probieren. Wem es einfach nur ums Whiskey trinken geht, dem kann ich eher sagen, für das Geld gibt’s andere interessantere.

Kurz-Review Writers Tears Pure Potstill Irish Whiskey

Die Irish Whiskey-Branche boomt und neue Destillate erscheinen. Noch bedient sich die Destillerie Walsh der Destillate des Giganten Midleton, aber die Bauarbeiten dort sind abgeschlossen, sodaß sich in den nächsten Jahren spannende Produkte von dort erwarten lassen. Was mich allerdings im Vorfeld schon verwundert hat sind die unterschiedlichen Ergebnisse einiger Reviews. Das unterscheidet sich dermaßen zwischen Floral und „sprittig“, daß sich bei mir der Verdacht einschleicht, daß es hier verschiedene Abfüllungen unter selbem Label gab, um den Kunden Walsh zu befriedigen…

– Best Irish Blend <50€ Irish Whiskey Awards
– Gold Award Internationaler Spirituosen-Wettbewerb
– 93 (!) Punkte vom ollen Murray

 

Nase: Malz. Karamell. Vanille. Honig. Bissl Eiche. Trockenfrüchte? Irgendwas anderes fruchtiges noch dabei, Apfel, Birne, grünes Obst. Floral. Je öfter desto „grüner“ werden die Früchte.

Gaumen: Süss. Honig, Karamell. Vanille. Maripan. Eiche hinten dran mit der typischen leicht bitteren Würze. Hopfen. Grüne Früchte wieder. Könnte ein wenig mehr Alkohol vertragen.

Abgang: Kurz bis mittel und honigsüss. Mittlerer Abgang mit Würze. Trotzdem typisch Pot Still-Ire, schöne Balanz zwischen deutlich und extrem smooth.

Fazit: Netter Whiskey, der es spannend macht, was die folgenden Jahre mit dem eigenen Destillat der Firma passiert.

Kurz-Review Gallantry Irish Whiskey Aldi Süd

Dieses Kurzreview entstand 2015, als schon einmal im Aldi Süd UK/Irland-Aktion war, daher jetzt im April 2016 wieder aktuell.

Slainte!

Im Aldi Süd sind momenten British Isles-Tage. Fudge in vielen Varianten, auch Fudge Cake, Cider, gute Chips, Shortbread, Fish and Chips-TiKü etc. Und auch einen irischen Whisky. Für nen Zehner, OK, opfern wir uns doch mal. Als Anglo- und celtophiler (ersteres machen die Torries ja echt schwer momentan) gerne zur Verfügung gestellt. Also auf das Ding.

Older bedeutet hier wohl „1 Tag mehr wie die Drei Jahre und 1 Tag“, welche gesetzlich vorgeschrieben sind. Blend heißt bei Iren eigentlich nichts negatives, ich erinnere an den sehr guten Bushmills 1608 Anniversary (wobei der zu 95% aus alten Single Malts besteht) oder den Jamesons 12 Years, und seinen exquisiten Nachfolger, den Jamesons Select Reserve Black Barrel.

Nase: Wuuuhhh. Nicht gut. Gar nicht gut. Bitter sprittig, Alkohol. Grain Whisky, also verkappter Korn, definitiv mehr als Malts. Mal fünf Minuten stehen lassen. Nach fünf Minuten kleine Nuancen Karamell und Vanille hinter dem Alkohol. Der aber noch dominant. Nochmal ein wenig stehen lassen. Das Fass wird deutlicher, aber das Sprittige bleibt.

Mund: Hmm, gar nicht so sprittig. Vanille, Karamell, weiße Schokolade. Kokos. Erinnert mich an, moment, den billigsten Jameson? Nur mit mehr Grain-Anteil? Ist nur ne VT, aber geht in die Richtung. Schmeckt viel besser im Vergleich zum Geruch. Aber jetzt nicht der Knaller. Durchaus Dampf. Erinnert mich echt stark an einen Jameson mit mehr Grain. Je mehr ich trinke und im Mund habe, desto stärker wird dieser Eindruck.

Abgang: Sehr schnell weg. Hat zwar Dampf dank des Grains, den viele hassen, aber die Vanille und weiße Schokolade ist ziemlich fix gen Tipperary gezogen.

Fazit: K, 10 Euro. Zum Mixen sowie für nen Baileys, selbst gemacht, vielleicht zu empfehlen. Für Whisk(e)y-Liebhaber aber zu schwachbrüstig und jene, die den Grain-Anteil in den großen Blends der grünen Insel hassen, absolut nix.

Nachtrag: Die Nase ist immer noch extrem sprittig grainig. Aber der Geschmack weich. Strange Sache das. Ich glaube, ich muss das Glas mit nem Jameson Select Reserve Black Barrel (der Nachfolger des 12jährigen Jameson) ausgleichen, damit mein Gaumen wieder sieht, daß irische Blends auch anders gehen.

Kurz-Review Connemara Peated Irish Single Malt Whiskey

Der einzige Ire, bei dem noch über Torf das gemälzte Getreide getrocknet wird. Stammt aus der Kilbeggan Distille, die wiederum Cooleys gehört. Im Gegensatz zu den meisten Iren ein reiner Single Malt. Und auch nicht 3fach destilliert wie die meisten Iren, sondern 2fach, wie es auch in Schottland gemacht wird. Ich war echt gespannt, hab aber keine Torfbombe erwartet, wie von Islay. Bisher war jeder Ire ultrasmooth.

Also Nase dran. Sehr dezenter Torf-Rauch, Vanille, Karamel, Rosinen, Pflaumen. Angenehm. Nach einiger Zeit dezente Honig-Süsse. Der Torfrauch ist nur eine kleine Komponente. Nett.

Am Gaumen: Honig, Kräuter (Pfefferminze), Karamel, Vanille, Birne, Trauben, sehr wenig Torf-Rauch, aber Energie. Die Jugend allerdings, der typische metallische Nebengeschmack, kann nicht verleugnet werden. Älter wie 7-8 Jahre ist er nicht.

Und der Abschied ist mittellang und angenehm und hat ebenfalls mehr Dampf als die 40% erwarten lassen.

Sicher, kein Islay Scotch, der Connemara hat sehr wenig ppm. Aber das passt gut zum Rest. Obwohl auf die schottische Art und Weise hergestellt doch irgendwie den typischen irischen Geschmack, aber mit der Prise Torf-Rauch. Und für 25€ die momentan (Stand Sommer 2015) günstigste Flasche in der Sammlung. Gutes Zeug für den Preis.

So sehr ich zB Lagavulin liebe oder gerne den Korken des Laphroaig aus dem Regal aufmache, die getorften Islays sind schon ein Schlag in die Aroma-Fresse. Da hat mensch an einem kleinen bischen sehr lange Spaß nur am Schnuppern und Riechen. Die sind nichts „für mal eben“, da doch sehr komplex und eben die starke typisch Islay-Note. Iren sind da ja immer sehr smooth im Vergleich, auch die Single Malts. Der 10er Bushmills Single Malt ist zB der vielleicht smootheste „jüngere“ Whiskey, und dabei kostet er fast nichts mit ca. 20-25 Euro. Aber das hier hat noch einmal eine schöne Note.

Es gibt noch einen Älteren (12 Jahre) sowie diesen auch in Cask Strength (57% Alkohol, die „normalen“ 40 bis 46% in Whisk(e)y sind IMMER von Cask Strength runtergewässert) und einen mit mehr ppm, die sind es auch wert, mal in Augenschein genommen zu werden. Dieser hier ist, trotz der Jugend, auf jeden Fall seinen Preis wert.

Slainte!

Kurz-Review Bushmills 21 Jahre Single Malt Irish Whiskey

Ich mag ja auch gerne Irish Whiskeys, nicht nur die Schotten. Die Bushmills besonders, der „Zehner“ Single Malt ist der vielleicht DER Preis-Leistungs-Knaller bei allen Whiskeys weltweit. Daher mal den 21er der Sammlung hinzugefügt. 19 Jahre im Ex-Bourbon-Fass sowie im Sherry-Fass und dann zwei Jahre im Madeira-Fass nachgereift. 21 Jahre in Ulster geruht insgesamt.

Sehr smooth, aber trotzdem komplex. In der Nase Mandel, Vanille, Karamell, Bratapfel, Orange, Marzipan. Am Gaumen wiederholt sich das Spiel. Schöne Eiche mit kräftiger Würze, die wunderbar zu den Aromen passt. Schokolade und fast ein wenig Minze, fast ein wenig wie After Eight? Sehr angenehm cremig im Mund.

Schöner Abgang, nicht zu kurz. Richtig lecker. Fast zu lecker, da nicht billig (meist zwischen 90 und 129 Euronen) und nur Small Batch, daher nicht immer zu bekommen. Das ist ein gutes Stöffchen, einer der besten Uisge Beatha meiner Meinung nach.

Kurz-Review Glen Grant 20 Jahre Signatory-Abfüllung

Heute abend mal das erste Mal an einen Malt eines unabhängigen Abfüllers gewagt. Ein 20jähriger Glen Grant. Laut Label genau 20,5 Jahre ;). Nicht gefärbt. 43%.

Nase: Eiche, definitiv. Angenehm.  Karamell. Bißchen Vanille. Süss, aber leicht. Fruchtig von Beginn und wird mit jeder Nase immer fruchtiger.

Aroma: Würzig. Eiche. Geht runter wie Öl. Hat Power auf der Zunge, aber ist trotzdem sehr sehr smooth. Unglaublich lecker, immer noch sehr fruchtig. Leicht Kakao. Klasse. Super aromatisch.

Abgang: Mittel, auch dann eine gewisse florale Süsse.

Fazit: Für den Preis ein Knaller. Mal was sehr smoothes neben den sonst doch eher torfigen Islays, die die Hälfte fast meiner Sammlung ausmachen. Der ist so smooth, der ist schon fast ein Ire :D. Ich glaube, die Signatory-Range muss ich noch weiter erkunden. Großartiges Zeug.